Anarcha-Feminismus: Ein Buchprojekt

Wir sind ein kleines Kollektiv, dass es sich zur Aufgabe gemacht hat, ein Buch über aktuelle Theorie und Praxis des Anarcha-Feminismus im deutschsprachigen Raum herauszugeben. Der Anlass für das Buch war der Gedanke, dass Anarcha-Feminismus sowohl anarchistische als auch andere linke Strömungen bereichert. Feministische Interventionen in soziale Bewegungen können diese nicht nur nachhaltiger machen, sondern auch radikalisieren. Darüber hinaus ist es uns wichtig, anarcha-feministische Theorie vergangener Generationen nicht zu vergessen, sondern weiter zu führen. In der letzten Zeit haben sich einige neue Gruppen in diesem Feld gegründet: Das Glitzerkatapult in Berlin, about:fem in Köln, ana*m in Marburg, Infotisch Dortmund und Lila Lautstark in Dortmund. Dazu kommen noch die A-Fem AG der Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen – und das sind nur die, von denen wir wissen.

Mit dem Buch wollen wir einen Einblick in aktuelle Diskussionen und Arbeitsfelder geben und einen Eindruck vermitteln, was Anarcha-Feminismus ist und sein kann. Sowohl für Menschen, die (fast) noch nichts über das Thema wissen, wird das Buch ein spannendes Leseabenteuer, als auch eine anspruchsvolle Vertiefung für Leute, die schon länger mit der Strömung bekannt sind, oder sie aus anderen linken Perspektiven betrachten.

Die Beitragsformen reichen von Comic und Interview über Erfahrungsbericht zum wissenschaftlichen Sachtext. Mehr als ein Dutzend Einzelpersonen und Gruppen treten als Autor*innen auf und stellen ihre Perspektiven und Schwerpunkte dar.
Wir sind uns bewusst, dass keine objektive Darstellung des Anarcha-Feminismus möglich ist: Vor Jahrzehnten gab es eine Ballung theoretischer Abhandlungen, unter deren Inhalte historische Anarchist*innen dann gezählt werden konnten. Eine aktualisierte Beschreibung der Strömung, ihrer Aktionen und Inhalte muss erst enstehen. Anarcha-Feminismus heute ist das, was wir daraus machen. Er ist nach wie vor verortet im Spannungsfeld zahlreicher linksradikaler und feministischer Strömungsdebatten. Einige Ausschnitte daraus möchten wir nun also dokumentieren um weitere Fragen aufzuwerfen und Diskussionen anzuregen. Genau deshalb möchten wir nach der Veröffentlichung mit dem Buch auf eine ausgiebige Lese- und Diskussionstour gehen.

Die Reise durchs Buch enthält u.a. folgende Stationen: Intersektionen & Interdependenzen – Plädoyer zur Erweiterung anarchistischer und feministischer Theorie; Kollektiv Machtvoll werden: Lernen aus konkreten Projekten; Feminist Frontlines: Patriarchale Gewalt & Umgang damit; Grundfragen Anarcha-Feministischer Organisierung.

Bisher haben wir eine lange Phase von Suche nach Beiträgen und Autor*innen hinter uns, die finale Einreichungsdeadline ist nun vorbei und wir befinden uns endlich im Redaktionsprozess. Eure Hilfe, um das Projekt erfoglreich zu machen, brauchen wir trotzdem noch. Ob Öffentlichkeitsarbeit oder Finanzierung, ihr könnt einiges tun:
Teilt unsere Website, Meldet euch bei uns um Werbematerial, wie Plakate und Sticker zu verbreiten, wenn es so weit ist. Redet mit euren lokalen Buch- und Infoläden, ob sie unser Buch verkaufen oder sogar schon vorab eine Festabnahme bestellen möchten. Organisiert Solikneipen und -Parties um Geld zu sammeln. Sagt bescheid, wenn ihr Rezensionen schreiben und veröffentlichen wollt. Ladet uns in eure Städte und Dörfer, eure Szenekneipen, Jugendzentren, Rentner*innencafes und Hochschulen ein, wenn ihr die Möglichkeiten habt, Veranstaltungen mit uns und den Autor*innen zu organisieren.

Warum brauchen wir Geld: Wir rechnen nicht damit, mit dem Vertrieb des Buches finanzielle Gewinne zu machen, v.a. durch die vergleichsweise geringe Auflage und unseren Anspruch an Nachhaltigkeit und gerechte Arbeitsbedingungen in der Druckerei, wollen es aber so vielen Menschen wie möglich zugänglich machen. Unsere Ideen reichen von einer Barriere-ärmeren Version, die auf Anfrage bestellt werden kann bis zur Onlineveröffentlichung, sobald die Produktionskosten wieder drin sind. Je mehr Spenden wir im Vorraus sammeln, desto niedriger kann der Verkaufspreis des Buches angesetzt werden. Ebenso organsieren wir so viele Aufgaben wie möglich selbst und haben den Anspruch, allen beteiligten eine faire Aufwandsentschädigung zu zahlen. Dazu gehören z.B. Redaktion, Lektorat, Satz, Grafikdesign und natürlich die Autor*innen.
Auf unserer Website möchten wir Inhalte weiter führen, Diskussionsbeiträge und Rezensionen veröffentlichen, sowie Texte, die wir nicht abdrucken konnten oder kürzen mussten, veröffentlichen.

Spendenkonto:
Empfänger: Subtile Unruhe
IBAN: DE47 8306 5408 0004 9586 16
BIC: GENODEF1SLR
Verwendungszweck: “afem buchprojekt” (Bitte unbedingt angeben!)

Kontakt: afem-buchprojekt@riseup.net
Mehr Infos: afembuchprojekt.noblogs.org

Anarcha-Feminismus im deutschsprachigen Raum

Wir, die Gruppen Lila Lautstark aus Dortmund und about:fem aus Köln, sowie Einzelpersonen, geben zusammen ein Buch zum Thema Anarcha-Feminismus heraus. Das Projekt entstand auf Initiative des Verlags Edition Assemblage und läuft seit Sommer 2016, wobei wir erst im Herbst 2017 wirklich angefangen haben. Grund für die Initiative war die Einschätzung, dass im deutschsprachigen Raum Anarcha-Feminismus in den letzten Jahren wieder eine größere Rolle spielt, es aber noch nicht viel Literatur zum Thema gibt. Mit dem Buch wollen wir einen Einblick in aktuelle Diskussionen und Praktiken geben und einen Eindruck vermitteln, was Anarcha-Feminismus ist und sein kann.
Dabei ist uns wichtig, dass das Buch einerseits inhaltlich spannend und anspruchsvoll ist, auch für Menschen die sich schon lange mit dem Thema beschäftigen, andererseits wollen wir auch Leuten einen Zugang verschaffen, denen das Thema völlig neu ist.

Das Buch setzt sich aus vielen Texten und Beiträgen zusammen, die von verschiedenen Menschen geschrieben wurden/werden. Wir versuchen möglichst viele einzubinden, damit nicht nur die Meinung einzelner Personen den Anarcha-Feminismus definieren, sondern die Breite der Bewegung und ihrer Widersprüche dargestellt wird. Wichtig ist uns dabei, dass es kein rein theoretisches Buch ist, sondern die Texte so geschrieben werden, dass auch Menschen sie verstehen können, die weder einen akademischen Hintergrund haben, noch sich vorher mit politischen Themen beschäftigt haben. Deshalb sammeln wir auch Lesetipps zum weiterinformieren, damit Leute tiefer in Themen einsteigen können und wir nicht alles nochmal schreiben, was schon tausendmal geschrieben wurde. Auch die Beitragsformen sind unterschiedlich: theoretisch-sachliche Texte, Comics, Erfahrungsberichte, Gedichte, gemalte oder fotografierte Bilder usw.

Die Themen sind so breit gefächert wie es nötig ist beim Anarchismus und Feminismus. Bisher haben wir zu mehr als nur folgenden Themen fertige Texte:
Mutter*schaft und Aktivismus, Klassismus, Cis-Seximus, Sexualisierte
Gewalt, Knast, Essstörungen.

Zu folgenden Themen suchen wir noch Texte:
• Rassistische Ausschlüsse in feministischen, anarchistischen und linken
Kreisen
• Begriff “trans” aus antirassistischer / anti-kolonialer Perspektive
• Rassismus in anarchistischen und feministischen Theorien
• Kollektives Leben, Wohnen, Arbeiten
• Anarcha-Feministische Perspektiven auf Frei- und Schutzräume
• Spezifisch anarcha-feministische Kritik des Kapitalismus
• Feminismus und Anarchismus-Verbindungen und Widersprüche
• Anarchistische Kritik an feministischen Strömungen und Bündnispolitiken
• Gute Gründe, warum sich Feminist*innen zum Teil nicht anarchistisch
nennen
• Anarchismus, Feminismus und Antifa
• Anarchismus, Feminismus und Realpolitik

Das sind aber nur die Themen, die wir uns überlegt haben. Gerne veröffentlichen wir auch andere Beiträge und sind offen für Neues. Wir versuchen dabei, mit den Autor*innen in Dialog zu treten, vor allem wenn es Meinungsverschiedenheiten gibt, um auf ein Ergebnis zu kommen, mit dem alle zufrieden sind. Falls das nicht möglich ist, drucken wir, soweit wir es verantworten können, verschiedene Meinungen zu den Themen ab und zeigen die Streitpunkte auf.

Trotz anfänglicher Verzögerungen haben wir inzwischen einige Texte zusammen und so langsam nimmt das Buch Form an. Es sind aber immer noch Texteinreichungen möglich. Also, lasst euch die Chance nicht entgehen, wenn ihr was zu dem Buch beitragen wollt!